Radiomoderation: Frankreich in der Krise

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Logo © BRVon Francois Hollande, dem neuen Präsidenten, hatten sich die Franzosen erhofft, dass irgendwie alles wieder gut werden würde. Stattdessen wird alles schlechter. Es vergeht kaum ein Tag ohne eine neue Hiobsbotschaft. Eine Fabrik nach der anderen schließt, die Wachstumsprognose muss nach unten korrigiert werden.

3,2 Millionen Franzosen sind mittlerweile arbeitslos, mehr als 10 Prozent der Bevölkerung. 1.000 Franzosen verlieren jeden Tag ihre Arbeit – vor dem Hintergrund ist es kein Wunder, dass sich auch bei den Franzosen Angst ausbreitet, die noch Arbeit haben.

Der Korrekturbedarf in Frankreich ist enorm. Französische Grundüberzeugungen wie die des fürsorgenden Staates, die Ausrichtung der französischen Wirtschaft, die umfassenden Rechte der Arbeiter – es knirscht an allen Ecken und Enden. Woran liegt es, dass Präsident Hollande ein Jahr nach seinem Amtsantritt Strukturreformen nicht anpacken will?

„Die gelähmte Nation – Frankreich in der Krise“

Dossier Politik, Bayern2, am 29.5.2013, 21-22 Uhr
Wiederholung auf B5aktuell, am 2.6.2013, 11-12 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn

Studiogast:
Pascal Thibaut, Deutschland-Korrespondent des französischen Rundfunks

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Radiomoderation: Brüchige Demokratie in Ungarn

Moderation

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Als die Ungarn 1989 ihre Grenzen für DDR-Flüchtlinge öffneten, schaute die Welt voller Bewunderung auf das mutige Land. Inzwischen sorgt der einstige Vorreiter in Sachen Demokratie und Freiheit mit umstrittenen Verfassungsänderungen und antisemitischen Ausfällen für Negativ-Schlagzeilen. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán regiert mit seiner rechts-konservative Fidesz-Partei seit 2010 mit einer satten Zweidrittelmehrheit. Anfang März verabschiedete das Parlament bereits die vierte Änderung der erst vor gut einem Jahr in Kraft getretenen Verfassung. Zu den Kernpunkten der Novelle zählt die Entmachtung des Verfassungsgerichts. Rassismus und Antisemitismus sind in Ungarn mittlerweile salonfähig wie nirgendwo sonst in Europa. Der Protest gegen den Regierungskurs innerhalb des Landes hält sich, ein Jahr vor der nächsten Wahl, in überschaubaren Grenzen. Die Opposition ist schwach und zersplittert.

Außerhalb der Landesgrenzen löst die politische Entwicklung im EU-Land Ungarn zwar vielerorts Fassungslosigkeit und Entsetzen aus. Aber die Kritik trägt mitunter auch heuchlerische Züge. Viel zu viele haben Orbán viel zu lange gewähren und dadurch bei ihm die Gewissheit wachsen lassen, dass seine Angriffe auf den Rechtsstaat letzten Endes folgenlos bleiben werden. Auch im jüngsten Fall, nach der Entmachtung des Verfassungsgerichts, spielt Brüssel wieder auf Zeit: man müsse erst einmal prüfen, ob der neue Verfassungstext gegen europäisches Recht verstößt. Falls ja, werde man alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumente nutzen. Das klingt vollmundig, ist es aber nicht. Denn EU-Vertragsverletzungsverfahren ziehen sich über Jahre hin und kratzen am Ende doch nur an der Oberfläche.

„Gefesselte Demokratie – Ungarn unter Viktor Orbán“

Dossier Politik, Bayern2, am 17.4.2013, 21-22 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn

Studiogast:
Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky

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Radiomoderation: Schweden

Moderation

Logo © BRDie Stockholmer waren schwer beleidigt, als sich das schwedische Fernsehen entschied, den Eurovision Song Contest 2013 in Malmö zu veranstalten und nicht in der Hauptstadt. Ausgerechnet Malmö!

Die drittgrößte Stadt des Landes gilt als das Schmuddelkind unter Schwedens Metropolen. Die Kriminalitätsrate ist hoch, die sozialen Brennpunkte in vielen Stadtteilen sichtbar. Wer mit dem Bus zur ESC-Arena fährt, kommt an Plattenbauten vorbei, die nichts mit der Bullerbü-Romantik der Schwedentouristen gemein haben.

Aber Malmö steckt mitten im Wandel. Die Stadt, in der Menschen aus hunderten Nationen leben, hat sich extrem verjüngt, am Ostseeufer entsteht ein neuer Stadtteil. Tim Krohn hat sich in Malmö mit Stadtplanern, Zuwanderern und Pendlern unterhalten und festgestellt: Nirgendwo sonst passt der ESC besser hin als hier.

„Schwedens Schmuddelkind – Malmö, die kleine Großstadt am Öresund“

Breitengrad, Bayern2, am 15.5.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Umweltschutz in China

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Logo © BRIm tiefen Südwesten Chinas schlängelt sich der Nu-Fluss durch die Bergwelt der Provinz Yunnan. Er kommt vom tibetischen Hochland und fließt weiter – dann unter dem Namen Salween – bis zur Andamanensee in Myanmar.

Durch hohe Gipfel abgeschnitten von der Außenwelt leben in dem canyonartigen Flusstal seit Jahrhunderten mehrere ethnische Minderheiten nebeneinander: die Lisu, die Nu, die Naxi, Tibeter und andere. Sie sind Buddhisten, Animisten, Katholiken und Protestanten. Der Nu ist ein ethnisch-religiöser Schmelztiegel.

So vielfältig wie die Kulturen ist auch die Natur in der Region. Die Biodiversität hier ist ungewöhnlich groß. Doch die Vielfalt am Nu-Fluss ist massiv bedroht. Chinas Regierung will einen der letzten frei fließenden Flüsse des Landes mit Staudämmen überziehen. Der ökologische und kulturelle Schaden wäre groß. Eine Reportage von Markus Rimmele.

„Bedrohte Vielfalt – Der Nu-Fluss in Südwestchina“

Breitengrad, Bayern2, am 10.4.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Politische Rolle der Kirche

Moderation

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Grundgesetzlich sind Staat und Kirche in Deutschland getrennt, de facto aber  eng verbunden. In Bayern vertraglich über das Konkordat. Es stammt aus dem Jahr 1924 und räumt der katholischen Kirche nach wie vor zahlreiche Privilegien ein.

So zieht der Staat für die Kirchen die Kirchensteuer ein, Religion ist ein ordentliches Unterrichtsfach an den Schulen, bestimmte Lehrstühle an Bayerns Universitäten dürfen nur mit dem Einverständnis der Kirche besetzt werden und die Bischofsgehälter werden aus der Staatskasse finanziert.  Über 450 Millionen Euro haben die Bundesländer im letzten Jahr für kircheninterne Personalkosten gezahlt.

Die Linke will diese Praxis ändern und die Trennung von Staat und Kirche in die Realität umsetzen. Ihr im Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf stößt aber bei allen anderen Parteien auf Widerstand, die schwarz-gelbe Bundesregierung sieht „keinen Handlungsbedarf“.

Doch selbst die christlichen Parteien diskutieren offen über gesellschaftliche Fragen, die im Widerspruch zur Kirchenmeinung stehen, Beispiel Lebenspartnerschaften. Zudem fällt die Kirche als Moralinstanz zunehmend aus, was auch daran liegt, dass ihre Vertreter immer häufiger damit beschäftigt sind, Skandale in den eigenen Reihen zu kommentieren.

„Unverzichtbar oder überflüssig? Die politische Rolle der Kirche in Deutschland“

Dossier Politik, Bayern2, am 27.3.2013, 21-22 Uhr
Wiederholung, B5aktuell, am 31.3.2013, 11-12 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn

Studiogast:
Prof. Friedrich-Wilhelm Graf, evangelischer Theologe der LMU München.

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Radiomoderation: Bolivien

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Logo © BRDie Luft ist dünn, der Atem kurz, die Nacht bitterkalt auf den bolivianischen Andenhöhen. Gegen den drohenden Höhenkoller wird im „Wara-Wara“-Zug „Mate de Coca“ serviert. Er fährt von der argentinisch-bolivianischen Grenze bis nach Uyuni am gleichnamigen größten Salzsee des Planeten. Der schneeweiß glitzernde Salar, auf fast 4.000 Metern Höhe gelegen, birgt nicht nur Salz, sondern auch Lithium, den begehrten Stoff für die Batterien von Elektroautos.

Die Waggons schwanken und schlingern wie Schiffe auf hoher See – vorbei an schroffen Felsen, einsamen oder verlassenen Dörfern, schneebedeckten Vulkanen und durch wüste, baumlose Täler. Eine ideale Western-Kulisse. Über Schotterpisten führt ein Abstecher zu indianischen Bauern, die mit Lamas, Kartoffeln und dem Inkakorn Quinoa auf karge Weise überleben. Am Ende der Erntezeit feiern sie das Tinku-Fest: zu Ehren der Pachamama, der Mutter Erde, die dem Menschen Nahrung, Wasser und Leben spendet.

Karl-Ludolf Hübener war für den Breitengrad auf dem bolivianischen Altiplano, der Hochebene in den Anden, unterwegs.

„Wüsten, Vulkane und Vicuñas – Unterwegs in den bolivianischen Anden“

Breitengrad, Bayern2, am 20.3.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Papstwahl – Live

Moderation

Logo © BRNur zwei Tage haben die 115 wahlberechtigten Kardinäle gebraucht, um sich auf den Nachfolger von Benedikt XVI. zu einigen. Die Entscheidung des Konklaves wurde traditionell per Rauchsignal den wartenden Menschen auf dem Petersplatz und der Welt bekanntgegeben.

Kurz darauf trat der 76-jährige Jorge Mario Bergoglio auf den Mittelbalkon des Petersdoms. Eine überraschende Entscheidung des Konklaves, denn mit dem ehemaligen Erzbischof  von Buenos Aires wurde erstmals ein Pontifex gewählt, der aus Südamerika stammt, der Jesuit ist, dessen Hintergrund ohne die  besondere  soziale und gesellschaftliche Lage der Menschen auf dem von Armut und Ungerechtigkeit geprägten Kontinent nicht zu erklären ist.

Eine Live-Sondersendung am Abend der Wahl.

„Habemus Papam! Große Herauforderungen für Franziskus“

Dossier Politik, Bayern2, am 13.3.2013, 21-22 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn

Studiogäste:
BR-Kirchenredakteur Matthias Morgenroth,
BR-Kirchenredakteur Wolfgang Küpper in Rom,
BR-Argentinien-Korrespondent Gottfried Stein,
BR/MDR/SWR-USA-Korrespondentin Silke Hasselmann,
ARD-Polen-Korrespondent Henryk Jarcyk.

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Radiomoderation: Frankreichs Vorstädte

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Wie macht man aus einer Retortenstadt ein liebenswertes, großes Dorf? Das Experiment heißt Bussy Saint-Georges, 30 Kilometer östlich von Paris, der Nachbar heißt „Euro-Disney-Park“. Vor 30 Jahren lebten hier 635 Menschen, alteingesessene Bauern. Jetzt hat Bussy Saint-Georges 21.000 Einwohner, die Hälfte aus Asien, viele Familien mit Kindern, die Eltern pendeln zur Arbeit nach Paris oder ins nahegelegene Ballungszentrum Marne-la-Vallée. Die Schlafstadt Bussy Saint-Georges: von Stadtplanern in den 60er Jahren auf dem Reißbrett entworfen, ein seelenloses, gigantisches Straßendorf.

Jetzt soll dieses Dorf schöner werden: am Stadtrand entsteht die „Esplanade de Religions“, mit einem buddhistischen Tempel, einer Synagoge, einer Moschee, einer evangelischen und einer armenisch-orthodoxen Kirche, einem laotischen Tempel. Für die Gläubigen dieser verschiedenen Religionen, die es nach Bussy Saint-Georges verschlagen hat. Für den sozialen Frieden in der Stadt, sagt der Bürgermeister. Nicht mehr als ein „Euro-Disney der Religionen“, höhnen Kritiker. Eine Reportage von Suzanne Krause.

„Ein Euro-Disney im Kultusbereich? – Die ’neue Stadt‘ Bussy Saint-Georges in Frankreich sucht ihre Identität“

Breitengrad, Bayern2, am 6.2.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Israel

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Logo © BRIsraels Wähler haben entschieden: Sie straften das Parteibündnis von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutlich ab. Statt der erhofften Zuwächse durch die Verbindung von Likud und Israel Beiteinu kam die gemeinsame Liste von Netanjahu und Ex-Außenminister Avigdor Lieberman nur auf 31 Mandate. Er wolle jetzt eine „möglichst breite Koalition“ anstreben,  kündigte Netanjahu in der Nacht zum Mittwoch an. Doch das dürfte nicht so einfach werden, denn Likud/Beiteinu hat erhebliche Verluste hinnehmen müssen: So musste Netanjahus Wahlbündnis viele Stimmen an den eigentlichen Sieger der gestrigen Knesset-Wahl abgeben, an Yair Lapid, einen ehemaligen TV-Moderator, der in Israel sehr populär ist. Israel nach der Wahl – im Dossier Politik sprechen wir über Ergebnisse, Auswirkungen und Konsequenzen für Israel und den Nahen Osten.

„Israel hat gewählt – Netanjahu vor schwieriger Regierungsbildung“

Dossier Politik, Bayern2, am 23.1.2013, 21-22 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn
Studiogäste:
BR-Politikredakteur Clemens Verenkotte,
ARD-Israel-Korrespondent Torsten Teichmann,
ARD-Nahost-Korrespondent Jürgen Stryak,
ARD-USA-Korrespondent Rolf Büllmann.

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Radiomoderation: Rechtsruck in Ungarn

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Seit 2010 regiert in Ungarn der Nationalkonservative Viktor Orbán mit Zweidrittelmehrheit. In atemberaubender Geschwindigkeit hat er das Land umgekrempelt. Mit Hilfe von hunderten Gesetzen sichert sich Orbán die Macht. Es ist die Macht der „Völkischen“ über die Liberalen. Die Macht der „Nationalen“ über die „Europäer“. Die der Provinz über die Stadt. An der Grenze steht jetzt nur noch „Ungarn“, das Wort „Republik“ ist von den Schildern gestrichen. In seinen Reden beschwört Orbán eine Gemeinschaft der Starken. Er stellt sich in die Tradition des Heiligen Stephan, Staatsgründer und Christianisierer. Doch Viktor Orbán kämpft nicht nur um die politische Macht. Er kämpft auch um die Köpfe. So sind die Bücher des Rumänien-Hassers und Kriegsverbrechers Albert Wass Pflichtlektüre in der Schule, ebenso die des Pfeilkreuzlers József Nyirö. Schulbücher verehren auch den autoritären Reichsverweser Miklós Horthy als Helden. Er kämpfte in der Zwischenkriegszeit für die Revision des Trianon-Vertrages, durch den Ungarn zwei Drittel seines Territoriums verlor. Plätze werden jetzt nach Horthy benannt, das kleine Mausoleum und Mini-Museum in seinem Heimatort sind Ziel von Butterfahrten. Trianon-Denkmäler gibt es im ganzen Land, auf vielen Autos prangt die Großungarn-Landkarte, Politiker sprechen von der „Kulturnation“, die auch die Ungarn in den Anrainer-Staaten einschließt.
Und manch einer hält die Staatsgrenze nicht für endgültig.
Auch militärische Schnupperkurse à la DDR stehen auf dem Stundenplan der Schüler. Eine rechtsextreme Subkultur blüht, Rockbands fordern „Weg mit Trianon“. Auch das „Neue Theater“ in Budapest wird von einem Rechtsextremen geführt, Ortsschilder im ganzen Land sind zweisprachig: Székler Runenschrift ergänzt die lateinische. All das geschieht mitten in Europa, in einem EU-Mitgliedstaat. Eine Reportage von Stephan Ozsváth..

„Ungarn unter dem Turul – Die Wiederkehr des Völkischen“

Breitengrad, Bayern2, am 16.01.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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