Radio auf CD: Artenschutz

CD Cover © Bayerischer RundfunkEine meiner Radiosendungen über den Schutz der Artenvielfalt und das Artensterben ist jetzt auf CD erschienen: Sie wurde in radioWissen auf Bayern2 gesendet und kann nun auch in dieser Form nachgehört und gesammelt werden. Hier noch die ausführlichen Informationen zu den Einzelsendungen, die in der CD enthalten sind:

Gefährdete Vielfalt – Leben auf unserem Planeten (Pressetext)

Unsichtbare Netzwerke – Systeme des Lebens: Die moderne Naturwissenschaft kann sich gar nicht mehr verständlich machen ohne das Wort „System“. Alles ist plötzlich „systemisch“, nichts mehr isoliert zu begreifen. Folgt dem mystischen Weltbild der Vorzeit und dem mechanistischen der Moderne nun das systemische Weltbild? Diese interdisziplinäre Sicht der Wirklichkeit scheint ein „ganzheitliches“ Wahrnehmen und Forschen zu ermöglichen.
Waschbär, Mink und Co. – Bedrohen „fremde“ Tierarten unsere Artenvielfalt? Immer mehr gebietsfremde Tierarten werden in Deutschland heimisch. So breiten sich Waschbären, Minke und Marderhunde in rasender Geschwindigkeit hier aus. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass der Waschbär keine Gefahr für heimische Tierarten darstellt – im Gegensatz zum Mink oder einer Krebsart, die die deutschen Edelkrebsbestände fast auslöscht.
Rote Liste statt grüner Vielfalt? Warum immer mehr Arten aussterben: Ein apokalyptisches Szenario: Nicht einmal die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten wird das Ende dieses Jahrhunderts überleben, wenn die Menschen damit fortfahren, Organismen und Lebensräume zu zerstören.“ 15.589 Tier- und Pflanzenarten stehen zur Zeit auf der internationalen „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion IUCN …..

CD  Cover © Bayerischer Rundfunk

1. Sendung: Von der Entdeckung der Systeme und Netzwerke des Lebens

Die moderne Naturwissenschaft kann sich gar nicht mehr verständlich machen ohne das Wort „System“. Alles ist plötzlich „systemisch“, nichts mehr isoliert zu begreifen. Folgt dem mystischen Weltbild der Vorzeit und dem mechanistischen der Moderne nun das systemische Weltbild? Wir sehen die Welt bislang als Maschine, in der lauter kleine Zahnräder – Atome, Moleküle, Organismen, Menschen und Staaten – ineinander greifen: seelenlose Einzelteile, die man beliebig entfernen, austauschen oder manipulieren darf. Moderne Wissenschaft beginnt nun zu erkennen, dass diese Wahrnehmung von Realität nicht der Wirklichkeit entspricht. Hier setzt das systemische Weltbild an: es sucht nach Möglichkeiten, in unserer Welt der Objekte, der Individuen, der Zahnräder und Schubladen jene meist unsichtbaren Beziehungsmuster in den Vordergrund zu holen, die das Individuum, das Objekt, die Zahnräder und Schubladen verbinden und erst ermöglicht haben. Diese interdisziplinäre Sicht der Wirklichkeit ermöglicht nicht nur „ganzheitliches“ Wahrnehmen und Forschen, sondern eröffnet auch die Chance, dass Wissenschaft ihre Verantwortung für das Ganze neu entdeckt und die natürliche Welt weniger zerstört.

Autor: Geseko v. Lüpke / Regie: Antje Wegener
SprecherInnen: Ulrich Frank, Iris Mayer, Michael Winter

2. Sendung: Waschbär, Mink und Co. – Bedrohen „fremde“ Tierarten unsere Artenvielfalt?

Immer mehr gebietsfremde Tierarten werden in Deutschland heimisch. So breiten sich Waschbären, Minke und Marderhunde in rasender Geschwindigkeit hier aus, denn sie sind erstaunlich anpassungsfähig und haben kaum natürliche Feinde. Eine Zeit lang dachte man, sie würden die Artenvielfalt in Deutschland bedrohen. Doch bis heute liegen keine eindeutigen Forschungsergebnisse darüber vor, aber aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass der Waschbär keine Gefahr für heimische Tierarten darstellt  im Gegensatz zum Mink oder einer aus Nordamerika importierten Krebsart, die durch einen Pilzbefall die deutschen Edelkrebsbestände fast auslöscht. Waschbären können in Siedlungsgebieten jedoch massive ökonomische Schäden anrichten: Über Bäume dringen sie in Schornsteine und Dachböden ein, wo sie ihre Jungen bekommen, die durch Urin und Kot die Bausubstanz zerstören und mit ihren scharfen Krallen die Wärmedämmung zerfetzen. Doch selbst die Jagd kann die deutsche Waschbärenpopulation nicht dezimieren, denn eine Studie zeigt: Je mehr Waschbären getötet werden, desto mehr Jungtiere kommen dafür zur Welt.

Autorin: Brigitte Schulz / Regie: Martin Trauner
Sprecher: Udo Wachtveitl

3. Sendung: Rote Liste statt grüner Vielfalt? Warum immer mehr Arten aussterben

Der Evolutionsbiologe und Harvard-Professor Edward Wilson malt ein apokalyptisches Szenario: Nicht einmal die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten wird das Ende dieses Jahrhunderts überleben, wenn die Menschen damit fortfahren, Organismen und Lebensräume zu zerstören. 15.589 Tier- und Pflanzenarten stehen zur Zeit auf der internationalen „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion IUCN – vom mächtigen Gorilla bis hin zum unscheinbaren Frosch. Eine Schreckensbilanz: 844 Arten hat der Mensch demnach in den vergangenen 500 Jahren von der Erde verschwinden lassen, rund hundert von ihnen in den letzten 200 Jahren. Das Artensterben lässt sich nach Ansicht der meisten Wissenschaftler nicht mehr durch natürliche Ursachen wie das Darwinsche „Survival of the fittest“ erklären, denn die grüne Vielfalt schwindet hundert bis tausend Mal schneller, als aus evolutionären Gründen erklärbar ist. Woran liegt das und was kann man dagegen tun? Christina Teuthorn schildert die Gründe des Artensterbens und stellt wirksame Strategien dagegen vor.

Autorin/Regie: Christina Teuthorn
SprecherInnen: Rahel Comtesse, Peter Weiß, Friedrich Schloffer

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Mehr Informationen zur Wissens-CD-Reihe von Bayern2 und Weltedition:

Bayerischer Rundfunk/Weltedition: Die ganze Wissens-CD-Reihe im Überblick

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