Radiomoderation: Frankreichs Vorstädte

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Wie macht man aus einer Retortenstadt ein liebenswertes, großes Dorf? Das Experiment heißt Bussy Saint-Georges, 30 Kilometer östlich von Paris, der Nachbar heißt „Euro-Disney-Park“. Vor 30 Jahren lebten hier 635 Menschen, alteingesessene Bauern. Jetzt hat Bussy Saint-Georges 21.000 Einwohner, die Hälfte aus Asien, viele Familien mit Kindern, die Eltern pendeln zur Arbeit nach Paris oder ins nahegelegene Ballungszentrum Marne-la-Vallée. Die Schlafstadt Bussy Saint-Georges: von Stadtplanern in den 60er Jahren auf dem Reißbrett entworfen, ein seelenloses, gigantisches Straßendorf.

Jetzt soll dieses Dorf schöner werden: am Stadtrand entsteht die „Esplanade de Religions“, mit einem buddhistischen Tempel, einer Synagoge, einer Moschee, einer evangelischen und einer armenisch-orthodoxen Kirche, einem laotischen Tempel. Für die Gläubigen dieser verschiedenen Religionen, die es nach Bussy Saint-Georges verschlagen hat. Für den sozialen Frieden in der Stadt, sagt der Bürgermeister. Nicht mehr als ein „Euro-Disney der Religionen“, höhnen Kritiker. Eine Reportage von Suzanne Krause.

„Ein Euro-Disney im Kultusbereich? – Die ’neue Stadt‘ Bussy Saint-Georges in Frankreich sucht ihre Identität“

Breitengrad, Bayern2, am 6.2.2013, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

Sendungsseite beim Bayerischen Rundfunk

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