Radiomoderation: Politische Rolle der Kirche

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Grundgesetzlich sind Staat und Kirche in Deutschland getrennt, de facto aber  eng verbunden. In Bayern vertraglich über das Konkordat. Es stammt aus dem Jahr 1924 und räumt der katholischen Kirche nach wie vor zahlreiche Privilegien ein.

So zieht der Staat für die Kirchen die Kirchensteuer ein, Religion ist ein ordentliches Unterrichtsfach an den Schulen, bestimmte Lehrstühle an Bayerns Universitäten dürfen nur mit dem Einverständnis der Kirche besetzt werden und die Bischofsgehälter werden aus der Staatskasse finanziert.  Über 450 Millionen Euro haben die Bundesländer im letzten Jahr für kircheninterne Personalkosten gezahlt.

Die Linke will diese Praxis ändern und die Trennung von Staat und Kirche in die Realität umsetzen. Ihr im Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf stößt aber bei allen anderen Parteien auf Widerstand, die schwarz-gelbe Bundesregierung sieht „keinen Handlungsbedarf“.

Doch selbst die christlichen Parteien diskutieren offen über gesellschaftliche Fragen, die im Widerspruch zur Kirchenmeinung stehen, Beispiel Lebenspartnerschaften. Zudem fällt die Kirche als Moralinstanz zunehmend aus, was auch daran liegt, dass ihre Vertreter immer häufiger damit beschäftigt sind, Skandale in den eigenen Reihen zu kommentieren.

„Unverzichtbar oder überflüssig? Die politische Rolle der Kirche in Deutschland“

Dossier Politik, Bayern2, am 27.3.2013, 21-22 Uhr
Wiederholung, B5aktuell, am 31.3.2013, 11-12 Uhr

Moderation: Christina Teuthorn

Studiogast:
Prof. Friedrich-Wilhelm Graf, evangelischer Theologe der LMU München.

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Moderation