Radiomoderation: Türkei-Präsidentschaftswahl

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Er war der türkische Heilsbringer: Recep Tayyip Erdogan. Zu Beginn seiner Regierungszeit wurde die Todesstrafe abgeschafft, die Meinungsfreiheit ausgeweitet, plötzlich gab es einen kurdische Fernsehkanal, das Verhältnis der Türkei zu den östlichen Nachbarn verbesserte sich. Und heute? Da bestimmt er mit Twitter-Verboten, Gewalt gegen Demonstranten, Verhaftungen von Polizisten und Hetze gegen Israel die Schlagzeilen. 

Am 10. August werden die Türken darüber entscheiden, wie zufrieden sie mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sind. Denn nach 11 Jahren als Ministerpräsident will er nun ganz nach oben, Präsident werden. Bei diesen Wahlen geht es um nicht weniger als um die Demokratie in der Türkei. Denn schon jetzt kann der türkische Präsident einen Großteil der Verfassungsrichter ernennen, die ihm bisher oft in die Parade fuhren. Doch zusätzlich: Erdogan will einiges umbauen in der Verfassung. Der Präsident soll mächtiger werden, der Einfluss auf die Regierung soll wachsen, ganz so, wie in Frankreich. Und – wenn es nach Erdogan geht, darf der Präsident in Zukunft auch Parteivorsitzender sein.

Auch die Stimmen der in Deutschland lebenden Türken sind wichtig. Immerhin 1,5 Millionen wahlberechtigte leben hierzulande. Und die sind eher konservative AKP-Wähler, hofft Erdogan. Zum ersten Mal dürfen sie von Deutschland aus wählen, zum ersten Mal allerdings wird der türkische Präsident auch direkt gewählt. In großen Städten wie München, Berlin oder Essen werden Wahllokale in Stadien und Messehallen eingerichtet.  Am 10. August dann wird in der Türkei entschieden – diesmal auch über die demokratische Entwicklung des Landes.

 

„Das System Erdogan – die Türkei vor der Präsidentschaftswahl

Dossier Politik, Bayern2, am 30.07.2014, 21-22 Uhr
Dossier Politik, B5 aktuell, am 03.08.2014, 11-12 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn Mohr

Studiogast: Ayca Tolun, WDR, und Clemens Verenkotte, BR.

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