Radiosendung: Südtirol

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Kastanie © Christina TeuthornMit Winterreifen sind sie besonders laut: Die LKW, die sich im Südtiroler Eisacktal über die Brennerautobahn schieben. Noch schlimmer aber sind die Züge, die jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen Güter zwischen Italien und Österreich transportieren. Alois und Marianne Winkler wohnen am Nadelöhr. Von ihrem Buschenschank in Barbian blicken sie auf die zackigen Dolomiten gegenüber und den Verkehrsstrom unten im Tal. Den Lärm hören sie schon lange nicht mehr. Weder wenn sie Kastanien ernten, noch wenn sie Wanderern die gebratenen Keschtn und Krapfen mit frischem Wein zum Törggelen servieren. Sie setzen dem Verkehrswahnsinn Südtiroler Gastfreundschaft entgegen. Auch andere Kleinbauern im Eisacktal versuchen, das Beste aus der Lage zu machen. Etwa, indem sie sich als Kastanienregion vermarkten. Gemeinden haben Wanderwege in den Kastanienhainen zwischen Brixen und Bozen saniert und Kastanientage ins Leben gerufen. Eine späte Erkenntnis. Denn viele der uralten Bäume sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Ökologie und Verkehr – in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die Südtiroler Politik. Eine Reportage von Christina Teuthorn.

Alois Winkler blickt auf die Brennerautobahn © Christina Teuthorn

„Notizen aus Südtirol – Leben am Nadelöhr der Alpen“

Eine Sendung von Christina Teuthorn

B5aktuell, 6.4.2012, 13.05 Uhr und 21:35 Uhr

(Ursendung: Bayern2, Breitengrad, 24./28.12.11)

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Radiomoderation: Rumänien

Moderation

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In der Maramuresch leben die Menschen nach ihren eigenen Gesetzen. In einer der ursprünglichsten Regionen im Norden Rumäniens, an der Grenze zur Ukraine, wirkt vieles wie aus der Zeit gefallen. Traditionelle Berufe wie Holzfäller, Köhler, Müller, Bauern, Schnapsbrenner, Zimmerleute oder Schmiede sind dort noch die Regel. Die Maramurescher leben nicht nur in ihrer eigenen Zeit. Sie verweigern sich dem Fortschritt, erkennen keine fremden Autoritäten an und haben ihre eigenen Vorstellungen, die seit Jahrtausenden gelten. Auf fröhlichen Friedhöfen spotten sie dem Tod mit frechen Reimen und sehen ihm lachend ins Gesicht, weil sie an die Unsterblichkeit glauben.

Doch ihr Alltag ist geprägt von religiösen Ritualen, die dem Leben einen steten, schwerfälligen und unabänderlichen Rhythmus geben: Pferdewägen und nostalgische Dampflokomotiven bestimmen das Tempo einer Gesellschaft, die in weiten Teilen wie in vergangenen Jahrhunderten lebt. Trotz ihrer Abgeschiedenheit hat die Region auch Probleme: Die Roma-Minderheit fühlt sich genauso diskriminiert wie in anderen Landesteilen Rumäniens. Andrea Mühlberger hat in der Maramuresch nicht nur die Langsamkeit entdeckt, sondern auch Kehrseiten der Idylle.

„Leben in der Zeitlosigkeit – Die entschleunigte Welt der rumänischen Maramuresch“

Breitengrad, Bayern2, am 04.04.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Japan

Moderation

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Für die ehemaligen Bewohner des Ortes Futaba ist ein Jahr nach dem 11. März klar, dass sie für lange Zeit nicht mehr in ihren Ort zurück können. Die Gemeinde beherbergt das havarierte AKW Fukushima 1 und ist hochgradig radioaktiv belastet. Ihr Bürgermeister sucht nach einem Standort für ein neues Futaba und kritisiert im Rückblick das Krisenmanagement der japanischen Regierung. Etwas weiter im Norden, in Minami-Soma, werden Böden und Häuser dekontaminiert. Langsam kehrt hier das Leben zurück. Am 11. März 2011 hatten das starke Erdbeben und vor allem der folgende Tsunami mit Wellen bis zu 30 Metern Höhe die Pazifikküste im Nordosten Japans verwüstet und rund 19.000 Menschen das Leben gekostet.

Inzwischen sind Schutt und Häuserreste aufgeräumt, aber noch nicht entsorgt, und Orte wie Minami-Sanriku oder Rikuzentaka bleiben Ruinenlandschaften. Aus Angst vor einem neuen Tsunami dürfen viele Gebiete direkt am Meer noch nicht wieder besiedelt werden. Viele Menschen müssen daher die nächsten Jahre in ihren schnell errichteten Wohn-Provisorien bleiben.
Trotzdem bauen viele von ihnen ihre ehemaligen Geschäfte und Firmen wieder auf und schaffen so dringend benötigte Arbeitsplätze in der Region. Doch die Erinnerung an die Erdstöße und das Grauen der riesigen Welle, die vor einem Jahr alles mit sich riss, ist geblieben. Eine Reportage von Peter Kujath.

„Narben bleiben, das Leben geht weiter – Ein Jahr nach der Katastrophe in Japan“

Breitengrad, Bayern2, am 07.03.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: China

Moderation

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Seit 1997 ist Homosexualität in China nicht mehr illegal, und sie gilt auch seit zehn Jahren nicht mehr als Geisteskrankheit. Doch nur wenige Schwule und Lesben bekennen sich offen zu ihrer sexuellen Orientierung. Der gesellschaftliche Druck der Familien, zu heiraten und für Nachkommen zu sorgen, bewirkt bei vielen homosexuellen Männer in China, ihre Lebenssituation zu verschweigen – vor allem gegenüber ihren Eltern. Das Leben in der Isolation und im Geheimen fordert einen hohen Preis. Auf dem Land haben Schwule und Lesben meist niemanden, mit dem sie offen reden können. Um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen und der Umgebung ein anderes Leben vorzutäuschen, heiraten schätzungsweise 70 Prozent aller homosexuellen Männer in China – meist ohne dass die Frauen wissen, dass ihre Partner eigentlich Männer lieben. Aber langsam setzt ein Wandel ein. In den Großstädten entwickelt sich eine homosexuelle Subkultur, die von wachsender Toleranz geprägt ist. Auch Angehörige von Schwulen und Lesben werben für mehr Toleranz und Verständnis. Eine Reportage von Ruth Kirchner.

„Immer noch ein Tabu – Homosexualität in China“

Breitengrad, Bayern2, am 29.02.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Waffenhandel

Moderation

Logo © BRKampfjets für Indien, Panzer für die Saudis, Helikopter für Qatar und U-Boote für Südkorea. Asien und der arabische Raum, aber auch Südamerika rüsten auf und füllen die Auftragsbücher der Waffenschmieden in Europa und den USA. Von Abrüstung keine Spur. 2010 war Deutschland drittgrößter Waffenexporteur der Welt – mit deutlichem Abstand hinter den USA und Großbritannien. Geschätzt 80.000 Jobs hängen direkt oder indirekt in Deutschland an Rüstungsaufträgen. Politiker von Union und FDP werben daher für mehr Rüstungsexporte – auch in Krisenregionen. Im vergangenen Jahr genehmigte die Bundesregierung so viele Kriegswaffenausfuhren wie noch nie zuvor. Kritiker befürchten, dass Moralvorstellungen gegenüber Wirtschaftsinteressen bei Rüstungsexporten ins Hintertreffen geraten.

„Todsicheres Geschäft – Waffenhandel floriert trotz Finanzkrise“

Dossier Politik, Bayern2, am 15.2.2012, 21-22 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiosendung: Vulkan El Hierro

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Erst bebte auf El Hierro die Erde. Dann bildete sich im Oktober 2011 vor der Südspitze der kleinsten Kanareninsel so etwas wie ein Whirlpool im Meer. Gase sprudelten vom Meeresboden nach oben. Und dann färbte sich das Wasser braun: Ein Unterwasservulkan begann, Asche und Schlamm zu spucken. Als sich eine kleine Fontäne mit Magma-Brocken zeigte, war bereits ein Team des spanischen meereskundlichen Instituts IEO mit einem Forschungsschiff vor Ort und vermaß mit Echoloten und Tauchrobotern den neuen Vulkan auf dem Meeresboden. Bei der ersten Tiefenmessung war er bereits hundert Meter hoch und lag noch 300 Meter unter der Wasseroberfläche. Mitte Januar lag die Spitze nur noch 130 Meter unter Wasser. Spanische Vulkanologen feierten die Geburt des Vulkans wie einen „Sechser im Lotto“. Zum ersten Mal können sie auf den Kanaren die Eruption eines Unterwasser-Vulkans mit Messgeräten aufzeichnen und daher bewusst mitbekommen.

Im Kreißsaal der Natur – Vor El Hierro wird ein Vulkan geboren

Eine Sendung von Christina Teuthorn
Bayern2, IQ, 9.2.2012, 18 Uhr

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Radiomoderation: Verkehrspolitik

Moderation

Logo © BRWenn sie neue Straßen, Bahntrassen oder Flughäfen eröffnen, posieren Politiker gerne fürs Foto. Doch die Ära voller Kassen ist vorbei. Viele Projekte landen auf der „langen Bank“, obwohl der Verkehr zunimmt. Muss sich die Verkehrspolitik auf Flickschusterei beschränken? Der jüngste Investitionsrahmenplan des Bundes war für die Verkehrspolitik wie eine kalte Dusche: bis zum Jahr 2015 sieht er keine großen, neuen Schienen- oder Straßenprojekte mehr vor, weil das Geld knapp ist. Statt 57 Milliarden Euro will Berlin in diesem Zeitraum nur noch 41 Milliarden Euro investieren – davon werden wiederum zwei Drittel in den Erhalt fließen, spricht: in die fälligen Reparaturen. Beim Normalbürger hat sich in den letzten Jahren trotzdem der Eindruck verfestigt: Bund und Länder pumpen die Milliarden vorwiegend in Groß-Vorhaben wie die Neubaustrecke „Stuttgart 21“. Geld, das jetzt andernorts fehlt.

„Vollgas in die Sackgasse – Verkehrspolitik mit knappen Kassen“

Dossier Politik, Bayern2, am 8.2.2012, 21-22 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiomoderation: Yukon

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Über 3000 Kilometer zieht sich der Yukon durch die nordische Tundra. In Alaska ist er die Lebensader indianischer Dörfer, zu denen keine Straße führt. Bären, Lachse und Adler sind hier zu Hause. Genau wie Aussteiger und Abenteurer, die versuchen, in der Wildnis zu überleben. In Kanada folgten dem Lauf des Yukon-Flusses vor über hundert Jahren die Goldsucher zum Klondike. Heute zeugen davon noch verlassene Holzfällercamps und die Wracks von Schaufelrad- dampfern. Und Dawson City erlebt einen zweiten Goldrausch, seit Großkonzerne glauben, hier die Quelle des Goldes gefunden zu haben. Dirk Rohrbach hat Goldsucher getroffen, vor allem aber mit Menschen gesprochen, die in der Einsamkeit leben. Selbst mit dem Kanu unterwegs, hat er abgelegene Indianerdörfer besucht. Und er ist Häuptlingen, Trappern, Jägern, Fischern und Aussteigern begegnet, die weniger nach Gold suchten, sondern vor allem nach dem eigenen Glück.

„Leben am Yukon – mit dem Kanu durch Kanada und Alaska“

Breitengrad, Bayern2, am 01.02.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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Radiosendung: Südtirol

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Kastanie © Christina TeuthornAb Herbst sind sie besonders laut: Die LKW mit den Winterreifen, die sich im Südtiroler Eisacktal über die Brennerautobahn schieben. Noch schlimmer aber sind die Züge, die jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen Güter zwischen Italien und Österreich transportieren. Alois und Marianne Winkler wohnen am Nadelöhr. Von ihrem Buschenschank in Barbian blicken sie auf die zackigen Dolomiten gegenüber und den Verkehrsstrom unten im Tal. Den Lärm hören sie schon lange nicht mehr. Weder wenn sie Kastanien ernten, noch wenn sie Wanderern die gebratenen Keschtn und Krapfen mit frischem Wein zum Törggelen servieren. Sie setzen dem Verkehrswahnsinn Südtiroler Gastfreundschaft entgegen. Auch andere Kleinbauern im Eisacktal versuchen, das Beste aus der Lage zu machen. Etwa, indem sie sich als Kastanienregion vermarkten. Gemeinden haben Wanderwege in den Kastanienhainen zwischen Brixen und Bozen saniert und Kastanientage ins Leben gerufen. Eine späte Erkenntnis. Denn viele der uralten Bäume sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Ökologie und Verkehr – in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die Südtiroler Politik. Eine Reportage von Christina Teuthorn.

Alois Winkler blickt auf die Brennerautobahn © Christina Teuthorn

„Zwischen Brenner und Kastanien – Leben am Südtiroler Nadelöhr der Alpen“

Eine Sendung von Christina Teuthorn
Bayern2, Breitengrad, 24.12.11, 18 Uhr (Wdh. 28.12.2011, 14 Uhr)

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Radiomoderation: Florida

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Sobald sich im Atlantik ein Sturm zusammenbraut, kann Richard Horodner aus Florida kaum noch ruhig schlafen. Er sitzt stunden- und tagelang vor dem Computer, verfolgt den Weg des Sturms koordinatengenau auf der Landkarte. Falls die Winde Hurrikan-Stärke erreichen und in den USA auf Land treffen sollen, packt er Essen, Benzin und Kamera in sein Auto und macht sich auf die Jagd – denn Horodner ist Hurrikan-Jäger.

„Auf der Jagd nach dem Hurrikan – Wirbelsturm-Jäger in Florida“

Breitengrad, Bayern2, am 14.12.2011, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

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