Radiosendung: Notizen von den Kanaren

Foto © Christina Teuthorn

Natürlich wussten die Herreños, dass sie auf einer Vulkaninsel leben. Mit einem Vulkan, der vor rund 250 Jahren das letzte Mal ausgebrochen war. Und so fest schlief, dass sich noch nicht einmal Geothermie nutzen ließ. Doch im Sommer 2011 erschütterten plötzlich Erdbeben die Insel – mehr als zehntausend Stöße innerhalb von drei Monaten. Eine Magma-Blase rund 20 Kilometer unter der Insel suchte ihren Weg nach oben. „Es fühlt sich an, als würde unter uns ein Zug durchfahren“, schilderten die ersten, die nachts aufwachten.

Im Oktober 2011 brach dann vor der Südspitze der Insel ein Unterwasservulkan aus. Bis März 2012 dauerte die Eruption. Mit schlimmen Folgen für die Inselbewohner, die seit dem Sommer im Ausnahmezustand leben.

Eruptionsstelle des Vulkanausbruchs bei El Hierro © IGN

Ein Fischerdorf und etliche Häuser wurden vorübergehend evakuiert. Fischer, Hoteliers und Gastwirte stehen vor dem wirtschaftlichen Bankrott. Ein großer Teil der Meeresfauna ist abgestorben, Touristen sagen ihre Reisen ab. Trotzdem blieben die Einwohner relativ gelassen. Und hoffen, dass die Schönheit der Insel bald wieder Besucher anzieht.
Eine Reportage von Christina Teuthorn.

Notizen von den Kanaren: Leben auf dem Vulkan

Eine Sendung von Christina Teuthorn
B5aktuell, 9.4., 6:35 Uhr und 15:35 Uhr

(gekürzte Fassung von: Bayern2 Weitwinkel, 7.4.2012, 7:30 Uhr)

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Längere Ursendung bei Bayern2 – mit Bildergalerie und Audio

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