Radiosendung: Südtirol

Kastanie © Christina TeuthornAb Herbst sind sie besonders laut: Die LKW mit den Winterreifen, die sich im Südtiroler Eisacktal über die Brennerautobahn schieben. Noch schlimmer aber sind die Züge, die jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen Güter zwischen Italien und Österreich transportieren. Alois und Marianne Winkler wohnen am Nadelöhr. Von ihrem Buschenschank in Barbian blicken sie auf die zackigen Dolomiten gegenüber und den Verkehrsstrom unten im Tal. Den Lärm hören sie schon lange nicht mehr. Weder wenn sie Kastanien ernten, noch wenn sie Wanderern die gebratenen Keschtn und Krapfen mit frischem Wein zum Törggelen servieren. Sie setzen dem Verkehrswahnsinn Südtiroler Gastfreundschaft entgegen. Auch andere Kleinbauern im Eisacktal versuchen, das Beste aus der Lage zu machen. Etwa, indem sie sich als Kastanienregion vermarkten. Gemeinden haben Wanderwege in den Kastanienhainen zwischen Brixen und Bozen saniert und Kastanientage ins Leben gerufen. Eine späte Erkenntnis. Denn viele der uralten Bäume sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Ökologie und Verkehr – in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die Südtiroler Politik. Eine Reportage von Christina Teuthorn.

Alois Winkler blickt auf die Brennerautobahn © Christina Teuthorn

„Zwischen Brenner und Kastanien – Leben am Südtiroler Nadelöhr der Alpen“

Eine Sendung von Christina Teuthorn
Bayern2, Breitengrad, 24.12.11, 18 Uhr (Wdh. 28.12.2011, 14 Uhr)

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