Radiomoderation: China

Moderation

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Seit 1997 ist Homosexualität in China nicht mehr illegal, und sie gilt auch seit zehn Jahren nicht mehr als Geisteskrankheit. Doch nur wenige Schwule und Lesben bekennen sich offen zu ihrer sexuellen Orientierung. Der gesellschaftliche Druck der Familien, zu heiraten und für Nachkommen zu sorgen, bewirkt bei vielen homosexuellen Männer in China, ihre Lebenssituation zu verschweigen – vor allem gegenüber ihren Eltern. Das Leben in der Isolation und im Geheimen fordert einen hohen Preis. Auf dem Land haben Schwule und Lesben meist niemanden, mit dem sie offen reden können. Um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen und der Umgebung ein anderes Leben vorzutäuschen, heiraten schätzungsweise 70 Prozent aller homosexuellen Männer in China – meist ohne dass die Frauen wissen, dass ihre Partner eigentlich Männer lieben. Aber langsam setzt ein Wandel ein. In den Großstädten entwickelt sich eine homosexuelle Subkultur, die von wachsender Toleranz geprägt ist. Auch Angehörige von Schwulen und Lesben werben für mehr Toleranz und Verständnis. Eine Reportage von Ruth Kirchner.

„Immer noch ein Tabu – Homosexualität in China“

Breitengrad, Bayern2, am 29.02.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

Sendungsseite beim Bayerischen Rundfunk