Radiosendung: El Hierro

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Auf der kleinsten Kanareninsel laufen zurzeit die Bagger auf Hochtouren. Sie schaufeln Lavasteine zur Seite, um Rohre zu verlegen: Steile Berghänge hinunter, bis an die Küste. So entsteht auf El Hierro ein weltweit einzigartiges Wind- und Wasserkraftwerk. Ende des Jahres soll es fertig sein. Nach kurzem Probebetrieb, so der Plan, werden sich die knapp 11.000 Herreños dann selbst zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgen und effizienter Trinkwasser gewinnen. Doch das ist für Javier Morales, den Vizepräsidenten der abgelegenen Atlantik-Insel, nur der Anfang. Er will die Einnahmen aus dem Modell-Kraftwerk nutzen, um um El Hierro zur grünsten Insel der Welt zu machen. Bald sollen nur noch Elektroautos über die Insel rollen und Bioprodukte wie Ananas, Bananen, Schafsjoghurt oder Ziegenfleisch El Hierro verlassen.

Die Herreños staunen jetzt schon: Das UN-Biosphärenreservat vor der Küste Afrikas lockt viele Touristen an, die hier ein Naturparadies finden, das andere Kanareninseln nicht mehr bieten können. Und inzwischen interessieren sich auch immer mehr Wissenschaftler und Journalisten aus aller Welt für El Hierros ehrgeizige Umweltpläne. Doch Europas südwestlichster Ort hängt auch noch am Tropf der EU: Denn ohne die Millionensubventionen aus Brüssel ließe es sich auf der kleinsten Kanareninsel mitten im Atlantik momentan noch nicht sonderlich angenehm leben und arbeiten.

Ökostrom statt Bettenburgen – wie El Hierro Europas grünste Insel werden will

Eine Sendung von Christina Teuthorn
Bayern2, Breitengrad, 25.06.11, 18 Uhr (Wdh. 29.6., 14 Uhr)

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