Radiomoderation: Vertreibung in Kolumbien

Moderation

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Jeder zehnte Kolumbianer ist heimatlos, ein Vertriebener, ein Flüchtling im eigenen Land. Mehr als vier Millionen Menschen mussten aufgrund des langjährigen bewaffneten Konflikts zwischen Guerilla, Regierung und paramilitärischen Gruppen aus ihrer Heimat fliehen. Die meisten zog es vom Land an den Rand der Großstädte – oft ohne Arbeit, Geld und Perspektive. Zurückkehren wollen viele trotzdem nicht, sie haben Angst, in ihrer alten Heimat zwischen die Fronten zu geraten.
Doch auch die neuen Wohnorte sind nicht sicher. Besonders gefährdet sind vertriebene Frauen, die dort sexueller Gewalt ausgesetzt sind: Viele sind zudem ohne ihre Partner in die Stadt geflohen und müssen nun allein für das Einkommen der Familie sorgen und sich um die Kinder kümmern. In vielen Städten schließen sich die Frauen jetzt zu Interessengruppen zusammen: selbstbestimmt, selbstorganisiert und als Beispiel für andere: „Wir sind Hausfrauen und Bäuerinnen, die sich“ – wie die Frauen der Karibikstadt Cartagena selbstbewusst sagen – „innerhalb von wenigen Jahren in Aktivistinnen verwandelt haben“. Doch wer sich für die Rechte von Frauen und Binnenvertriebenen einsetzt, lebt gefährlich: Mehrere Friedensaktivistinnen sind in den vergangenen Jahren bedroht, einige sogar ermordet worden. Florian Meyer-Hawranek hat die heimatlosen Frauen begleitet.

„Von Frauen auf der Flucht – Vertreibung in Kolumbien“

Breitengrad, Bayern2, am 10.10.2012, 14-15 Uhr
Moderation: Christina Teuthorn

Sendungsseite beim Bayerischen Rundfunk